
Die Arbeiten des Archimedes
Archimedes in seiner Zeit
Das Prinzip des Archimedes
Die Geschichte der goldenen Krone
Die Arbeiten
des Archimedes
Archimedes wurde um 285 v. Chr. in Syrakus (altgriechische Stadt im
heutigen Sizilien) geboren. Er wurde um
212 v. Chr. bei der Eroberung von Syrakus von römischen Soldaten getötet.
Nach dem Studium in Alexandrien (um 245) behielt er, nach
Syrakus zurückgekehrt, Verbindungen mit den dortigen Mathematikern.
Die Arbeiten von Archimedes zur Statik sind heute
verloren, lassen sich aber zum Teil in großen Zügen aus den Schriften Herons
von Alexandrien rekonstruieren.
Die Ableitung des Hebelgesetzes und die Behandlung der
Gewichtsverluste schwimmender Körper (Archimedisches Prinzip, Auftrieb) finden
sich in den rein mathematischen Schriften.
Archimedes’ großer Ruf in der Antike beruhte hauptsächlich auf seine
Arbeiten zur reinen Mathematik.
Unter ihnen ragten die Berechnungen des Inhalts sowie des
Schwerpunkts von Flächen und Körpern hervor, die durch Kegelschnitte begrenzt
werden (besonders die exakte Quadratur des Parabelsegments und die Kubatur des
Rotationsellipsoids sowie von Segmenten des Rotationshyperboloids.) Hierzu diente
ihm die Exhaustionsmethode, unter Anwendung des später nach ihm benannten
Axioms des Euxodos.
In seinen « Sandrechnungen » entwickelte er ein
Verfahren zur Exponentialschreibweise beliebig großer Zahlen.
Weitere Arbeiten behandeln :
·
Eine Art Integrationsverfahren
zur mechanischen Auffindung der
Verhältnisse von Rauminhalten geometrischer Körper
·
Die archimedische Spirale (Die ebene Spirale, die ein sich mit
konstanter Geschwindigkeit auf einer Geraden bewegender Punkt P in einer Ebene beschreibt,
wenn diese Gerade gleichzeitig in der Ebene mit konstanter
Winkelgeschwindigkeit um einen im Abstand a
befindlichem festen Punkt O rotiert,
d.h. in jedem Augenblick Tangente an einem Kreis um O vom Radius a ist. In
Polarkoordinaten r, j gilt für sie die Gleichung r=a j (a Konstante).
·
Die halbregelmäßigen oder archimedischen Körper (13 von Archimedes
gefundenen geometrischen Körper :10 Körper, deren Begrenzungsflächen, im
Unterschied zu den 5 platonischen regelmäßigen Vielecke, verschiedener Arten
sind, und drei Körper, die von je drei verschiedenen Vielecksarten begrenzt
werden.)
·
Das »Rinderproblem »,eine den Alexandrinern gestellte
Aufgabe der unbestimmten Analysis, deren Lösungen sich nur durch Zahlen mit
mehreren 100 000 Stellen ausdrücken ließen,
·
Die Umfangsbestimmungen und Quadratur des Kreises mit ein- und
umbeschriebenen regelmäßigen Vielecken, die einen guten Näherungswert für die
Zahl p ergab , (nämlich 3 10/71<p <3 10/70 ).
Seinen Zeitgenossen war Archimedes jedoch mehr durch die
Erfindungen der praktischen Mechanik
bekannt, die auf der theoretischen Erfassung der Wirkungsweise der
einfachen Maschinen basieren. Zu ihnen zählen :
·
Die Wasserschnecke oder archimedische Schraube(Wasserhebegerät, bei
dem eine von einem Rohr umschlossene, rotierende Schnecke Wasser auf ein
höheres Niveau fördert, z.B. in einem Abwasserpumpwerk)
·
Der Flaschenzug
·
Seine Kriegsmaschinen (Hebewerke, Schleudern oder seine großen
Brennspiegel, die durch die Verbrennung der römischen Flotte legendär wurden)


Archimedes in seiner Zeit
753 BC : Gründung Roms von
vereinigten lateinische Stämmen
734 BC : Gründung Syrakus
von griechischen Kolonisten von Korinth
306 BC : Geburt Hierons,
König von Syrakus
289 BC : Beginn der
Herrschaft von Hiketas, Tyrann von Syrakus
287 BC : GEBURT VON
ARCHIMEDES
279 BC : Ende der
Herrschaft von Hiketas
278 BC : Pyrrhos, König
der griechischen Stadt Epirus, herrscht über Syrakus
und das
griechische Sizilien
276 BC : Pyrrhos verlässt
Sizilien
275 BC : Militärische
Übernahme von Syrakus
Hieron heiratet Philistis, Tochter von
leptines
270 BC : Geburt von
Hierons Sohn Gelo
268 BC : Geburt von
Marcellus, Konsul von Rom und Eroberer von Syrakus
265 BC : Hiero verteidigt
Mamertines und wird zum König von Syrakus erklärt
264 BC : Beginn des ersten Punischen Krieges um
die Kontrolle von Sizilien. Syrakus verbindet sich mit Karthago gegen Rom.
263 BC : Hiero
unterschreibt einen Friedensvertrag mit Rom nachdem die Römer
Syrakus bedrohen
247 BC : Geburt von
Hannibal
241 BC : Ende des ersten
Punischen Krieges. Sizilien gehört nun Rom.
230 BC : Geburt von Gelos,
Sohn des Hieronymos
218 BC : Beginn des
zweiten Punischen Krieges
Hannibal überquert die Alpen und dringt
in Italien ein
216 BC : Hannibal bekämpft
die Römer in Canae
Tod von Gelo
215 BC : Tod von Hieron
Hieronymos kommt
auf den Thron von Syrakus
Syrakus wechselt die Allianz von Rom
mit Karthago
214 BC : Hieronymos wird in Leontini umgebracht.
Syrakus Alliierte, Adranodoros (Schwiegersohn von Hieron) und Themistos
(Schwiegersohn von Gelo) in Syrakus getötet.
Fünf weibliche
Familienmitglieder von Hiero werden in einer Römischen
Versammlung zum
Tode verurteilt.
Marcellus erobert Leontini.
Hannibals Agenten,
Hippokrates und Epikydes, übernehmen die Kontrolle über Syrakus
213 BC : Marcellus attackiert Syrakus, wird aber
von Archimedes Kriegsmaschinen geschlagen
Marcellus beginnt mit der Blockade um
Syrakus
212 BC : Syrakus
kapituliert und wird von den Römern geplündert
TOD VON
ARCHIMEDES während der Plünderungen
208 BC : Marcellus wird
von Hannibal getötet
201 BC : Ende des zweiten Punischen Krieges. Rom
übernimmt die Kontrolle über die karthagischen Territorien außerhalb Afrikas.
183 BC : Tod von Hannibal.
Er begeht Selbstmord um nicht von den Römern
gefangen genommen
zu werden
149 BC : Beginn des
dritten Punischen Krieges
146 BC : Karthago wird am
Ende des dritten Punischen Krieges zerstört
75 BC : Cicero entdeckt und restauriert
Archimedes Grab.
Das archimedische Prinzip
Man kann sagen, dass die Studie über die Hydrostatik mit Archimedes im 3.
Jahrhundert vor Christus begann, als er das Problem mit Hierons goldener Krone
löste.
Ein Körper, den man in eine Flüssigkeit taucht, verschiebt einen Volumen
der Flüssigkeit seinem Eigenen entspricht. Ein Experiment zeigt auch, dass ein
versenktes Objekt leichter zu sein scheint : das Wasser drückt es nach
oben. Dies scheint jedem ganz selbstverständlich, der versucht einen Luftballon
unter Wasser zu halten.
Archimedes präzisiert das Phänomen aber auch quantitativ mit dem
sogenannten Archimedes Prinzip, das sagt, dass ein Objekt, das in eine
Flüssigkeit getaucht wird, leichter erscheint : es wird von einer Kraft
nach oben gedrückt. Diese aufsteigende Kraft entspricht dem Gewicht der
verschobenen Flüssigkeit. Sie wird von der Flüssigkeit ausgeübt und wird die
« Schubkraft von Archimedes » genannt. Ein Körper von 10 N der 2 N
verschiebt « wiegt » nur noch 8 N in der Flüssigkeit.
Die Schubkraft von Archimedes kommt von dem Gewicht das auf die Flüssigkeit
wirkt. Sie hat ihre Herkunft vom Unterschied des Drucks, der zwischen dem
oberen und dem unteren Teil des Objekts besteht. Dieser Unterschied besteht
immer, wenn der Druck sich mit der Höhe verändert.
Nehmen wir einen vollen Würfel, dessen Flächen eine Oberfläche S hat, den
man in eine Flüssigkeit von der Dichte rf taucht. Der manometrische Druck auf der unteren
Fläche pb = rf g hb, (h= Tiefe) ist größer
als der manometrische Druck auf der oberen Fläche ps = rf g hs. Der Unterschied
Dp = rf g (hb – hs) = rf g h
ist die Herkunft von der « Schubkraft von Archimedes » Fa.
Die Kraft des Drucks der nach oben geht ist quantitativ größer als die des
Drucks der nach unten geht.
Fa = S Dp = rf g S h
Sh = V :das Volumen des Körpers, entspricht dem Volumen der
verschobenen Flüssigkeit wenn der Körper total eingetaucht ist .
Die Masse der verschobenen Flüssigkeit ist mf = rf V .
Fa = g rf V = mf g
Die goldene Krone
Im ersten Jahrhundert vor Christus
berichtet der römische Architekt Vitruvius wie Archimedes den Betrug an der
Herstellung der Goldenen Krone von Hiero, dem König von Syrakus, entlarvte.
Die Krone hatte die Form eines
Kranzes, wie man sie auf Bildern von mazedonischen Grabstätten sieht. Hiero
wollte diesen Kranz wahrscheinlich einer Gottesstatue aufsetzen.
Doch er hatte den Verdacht, dass die Krone nicht nur aus Gold war,
sondern dass ein Teil des Goldes durch Silber ersetzt worden war. Das Gewicht
der Krone war identisch mit dem Gewicht
des Goldes, das dem Goldschmied übergeben worden war.
Hiero ließ Archimedes kommen und bat
ihn herauszufinden, ob die Krone aus purem Gold sei oder nicht. Da die Krone
ein heiliges Objekt war, musste Archimedes eine Methode finden, bei der der Kranz nicht beschädigt wurde.
Archimedes gab nicht auf, bis er das Geheimnis lösen konnte. Er dachte
lange darüber nach, bis er eines Tages eine Idee hatte. Er war gerade dabei
sich fürs Bad fertigzumachen, die Wanne war bis oben hin voll. Als er dann
hineinstieg, lief das Wasser über, wie schon Hunderte Male zuvor. Doch dies war
das erste Mal, dass er darüber nachdachte. Er fragte sich, wie viel Wasser er
wohl verschüttet habe. Er erkannte sofort, dass das verschüttete Wasser dem
Volumen seines Körpers entsprach.
Jetzt versuchte
Archimedes das Gleiche mit der Krone. Da Gold viel schwerer ist als Silber ist
das Volumen von 10 Pfund purem Gold kleiner als das von 7 Pfund Gold und 3
Pfund Silber.
Besteht die Krone also aus purem Gold, verdrängt sie die
gleiche Menge Wasser wie ein anderes Objekt aus 10 Pfund purem Gold. Doch als
er den Test mit der Krone machte, entdeckte er, dass mehr Wasser überlief
woraus er schließen konnte, dass der Kranz nicht aus purem Gold war, sondern
dass es sich um ein Gemisch handelt. « Eurêka !» , (« Ich habe es
gefunden ») soll Archimedes bei dieser Entdeckung gerufen haben.
Diese Methode wurde jedoch oft aus
verschiedenen Gründen kritisiert.
1. Obwohl Vitruvius
sie als ein Resultat grenzenloser Genialität beschreibt, erfordert sie jedoch
weniger Imagination als er Archimedes in seinen anderen Büchern bescheinigt
2. Weder das Gesetz
der Tragkraft noch das Gesetz des Hebels werden mit dieser Methode genutzt.
3. Bei dieser Methode
ist es schwierig für Archimedes die Messungen exakt durchzuführen.


Der dritte Punkt braucht eine nähere Ausführung. Der
größte bekannte Kranz aus Archimedes Zeiten ist der aus Vergina. Der maximale
Diameter des Randes beträgt 18,5 Zentimeter und die Masse beträgt 714 Gramm, es
fehlen jedoch einige Blätter. Um das Ganze zu illustrieren nehmen wir an, dass
die Krone 1000 Gramm wiegt und dass der Behälter ein runde Öffnung mit einem
Diameter von etwa 20 Zentimeter hat. Die Öffnung hätte dann eine Fläche von 314 Quadratzentimeter.
Da Gold eine Dichte von 19,3 Gramm/Kubikzentimeter hat,
beträgt das Volumen von 1000 Gramm Gold 1000 / 19,3 = 51,8 Kubikzentimeter.
Eine solche Menge Gold hebt das Niveau des Wassers im Behälter um 51,8 / 314 = 0,165 Zentimeter.
Nehmen wir jetzt an, dass der unehrliche Schmied 30%
(300g) vom Gold in der Krone durch Silber ersetzt hat. Das Silber hat eine
Dichte von 10,6 Gramm/Kubikzentimeter, und so hat die Gold-Silber Krone ein
Volumen von 700/19,3 + 300/10,6 = 64,6
Kubikzentimeter. Eine solche Krone hebt das Wasserniveau im Behälter um 64,6 /
314 = 0,206 Zentimeter.
Der Unterschied der beiden Wasserhöhen beträgt in diesem
Fall 0,206 – 0,165 =0,41 Millimeter. Das ist ein viel zu kleiner Unterschied um
direkt eine genaue Beobachtung zu machen. Es wäre nämlich auch noch möglich,
dass es durch die Oberflächenspannung kleine Ungenauigkeiten in den Messungen
gibt oder es könnten Luftblasen unter den Blättern des Kranzes hängen geblieben
sein. Dazu kommt noch, dass der Niveauunterschied noch weniger als 0,41
Millimeter beträgt, wenn die Masse der Krone niedriger als 1000 Gramm war oder
wenn der Diameter der Öffnung vom Behälter größer war als 20 Zentimeter oder
wenn weniger als 30% vom Gold durch Silber ersetzt wurden.
Eine einfallsreichere und praktischere
Methode um den Betrug aufzudecken wäre eine gewesen, bei der Archimedes sein
Gesetz der Tragkraft und sein Gesetz des Hebels anwenden würde :


Man nimmt
eine Waage an die man an ein Ende die Krone und an das andere Ende ein Stück
Gold das die gleiche Masse hat befestigt. Dann taucht man die Krone und das
Stück Gold, die beide an der Waage hängen, in einen Behälter voll Wasser. Wenn
die Waage im Gleichgewicht bleibt bedeutet dies, dass die Dichte des Kranzes
die gleiche ist als die des Goldes, mit anderen Worten auch aus Gold besteht.
Kippt die Waage jedoch zur Seite des Goldes beweist dies, dass das Volumen der
Krone größer ist als der des puren Goldes und dass seine Dichte kleiner ist als
die des Goldes. Es handelt sich dann dabei um eine Mischung von Gold mit einem
leichteren


Material.
Um diese Methode in der Praxis zu überprüfen, nehmen wir
wieder an, die Masse der Krone sei 1000 Gramm und besteht aus 70% Gold und aus 30% Silber.
Da das Volumen 64,6 Kubikzentimeter beträgt, werden auch
64,6 Gramm Wasser verschoben. Die Dichte des Wassers beträgt nämlich 1,00
Gramm/Kubikzentimeter.
Die scheinbare Masse im Wasser beträgt 1000 – 64,6 = 935,4
Gramm. Das Volumen vom Gold ist 51,8 Kubikzentimeter und hat im Wasser eine
scheinbare Masse von 1000 – 51,8 = 948,2 Gramm.
Wenn also jetzt beide Körper im Wasser sind, macht das
einen Unterschied von 12,8 Gramm aus. Die Waagen zu Archimedes Zeiten waren
durchaus fähig einen solchen Unterschied anzuzeigen. Die möglichen Fehler die
bei Vitruvius Methode auftauchen konnten, sind hier ausgeschlossen.
Es sollte aber auch bemerkt werden, dass die Methode mit
der Waage auch funktioniert, wenn die beiden Körper nicht die gleiche Masse
haben. Man muss nur die Stange der Waage so anpassen, dass man ein
Gleichgewicht hat bevor man die Körper ins Wasser taucht.
Physique Eugène Hecht ITP De Boeck Université
Meyers Kleine Enzyklopädie Mathematik
The Book of Virtues William
J.Bennet, Simon & Schuster , New York 93
http://mcs.drexel.edu/Archimedes